22.6.07
Lebenszeichen
nach einer längeren Zeit der Abstinenz melde ich mich mal wieder zu Wort.
Nunja, es tut mir sehr leid das ich im Moment nichts vernünftiges zu schreiben habe, aber es ist eine ganze Menge passiert und noch mehr zu tun:
also ich bin mehr oder weniger gewollt in den Technik-Stab des Durchgedreht24-Festivals gestolpert und bin dann auf der Gala für die Bildtechnik mitverantwortlich. Es wird sicherlich spannend auch wenn ich schon ein gewisses Lampenfieber habe. Leider macht eine Tatsache das Ganze nicht unbedingt einfacher, Amrei und Eva waren 2006 auch dabei und hätten 2007 auch mitmachen sollen. Es ist echt merkwürdig die beiden in den Videos auf der 2006er DVD zu sehen und zu wissen, das beide nicht mehr unter uns sind.
Was noch so passiert: naja im Moment bin ich hauptsächlich im Zug zwischen Braunschweig und Hannover anzutreffen :) Nicht unbedingt ein Scherz, ich habe letzte Woche über 800km in öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht. Mit allen Vorteilen (Sara, Ruhe was zu machen für die Uni) und die Nachteile (Zug hat Verspätung, Zug verpasst).
Ich werde mich bemühen mal ein paar lustige Fotos zu machen und hier online zu stellen.
Erstmal einen schönen Abend!
Stephan
1.6.07
ciao flickr.com und neues "Corporate Design"
Und auch wenn es dort noch einiges im Bereich Community-Funktionen und Design nachzuholen gibt, habe ich mich entschlossen diese Plattform für Webalben einzusetzen. Die Links werden morgen aktualisert.
Achja, und ich habe ein neues "Corporate Design". Den Namen einer Sektsorte als Nick ist nicht so geeignet und auch schon ein paar Tage alt, deswegen gibts jetzt .sg . Aber keine Sorge ,egal ob docfreixenet oder .sg dransteht, drin bin immernoch ich.
Es wird noch eine Weile dauern bis alle Accounts und Adressen geändert sind, trotzdem freue ich mich über neuen Wind und hoffe auf etwas mehr Aktivität hier.
2.5.07
Eintracht wir lieben Dich!
„Oh! Wie ist das schön!“
Tabellenletzter!
„Oh! Wie ist das schön!“
21 Punkte!
„Oh! Wie ist das schön!“
18:45 Tore!
„Oh! Wie ist das schön!“
Seit Anfang der Rückrunde stand eigentlich schon fest. Braunschweig ist nicht mehr zu retten. Und doch sangen und feierten über 11.000 Besucher nach dem 3:1 Sieg der Löwen über Wacker Burghausen am letzten Freitag als sei gerade der direkte Wiederaufstieg gelungen.
„Oh! Wie ist das schön! Oh! Wie ist das schön! So was hat man lange nicht gesehen!“ So schön!
Es war deutlich zu spüren, dass sonst in dieser Saison wenig Anlass zum Feiern bestanden hatte.
Da konnten Jan, Stephan und ich schon froh sein, dass wir gerade dieses Spiel erwischt hatten, um den Braunschweigern noch mal unseres Aufwartung in der 2. Bundesliga zu machen. Zwar war es kein Spiel auf hohem Niveau. Aber Braunschweig kann sich doch zu Gute halten, dass sie noch Fußball spielen wollten und konnten. Diese Tatsache ist sportlich, vor allem als abgeschlagenes Schlusslicht, schon hoch anzusehen, wenn man Mannschaften wie den FC Bayern Richtung Saisonende schleichen bzw. stehen sieht. Dennoch war es eine recht ausgeglichene Partie, denn Burghausen hatte nicht nur den größeren Ballbesitz, sonder auch ein paar ganz gute Chancen. Aber von einer Mannschaft die sich bei einem Sieg noch hätte retten können, ist deutlich mehr zu erwarten. So ist der Sieg auch in der Höhe gerecht.
So werden sie in einem Jahr dann wieder singen: „Oh! Wie ist das schön! Oh! Wie ist das schön! So was hat man lange nicht gesehen!“ So schön!
Dann hoffentlich zum Anlass des vorzeitigen Wiederaufstiegs.
4.4.07
"So oft gehen die, die noch nicht weggehen wollten"
Aber jetzt sehe ich, was für eine Lücke entsteht, wie unersetzlich ein Mensch ist. Niemals mehr werden wir uns betrunken auf einer Party über das Leben unterhalten, nie mehr werde ich Dich nach Hause fahren, nie wieder Dein Fahrradschloss mit einem Seitenschneider knacken. Es gibt soviele Dinge, die Du nicht mehr erleben wirst, das ist unfair.
Ich habe mal gesagt, ich möchte etwas Gutes bewirkt haben in meinem Leben, dann kann ich zufrieden einschlafen. Aber ich sehe, dass es einem nicht immer gelingt, alles zu planen und abzuschliessen. Manchmal bekommt man einfach keine Chance dazu. Nicht die Leistung zählt, sondern dass was den Menschen in Erinnerung bleibt.
Wo immer Du auch bist, sei Dir sicher dass wir in Gedanken immer bei Dir sind. Erinnerungen sind das einzige, was uns von Dir bleibt.
Danke für die schöne Zeit mit Dir!
14.3.07
Statusbericht
Erstmal etwas zum Lachen und/oder Nachdenken
Wenn ich mir so das Datum meines letzten Eintrags anschaue, muss ich wohl echt schon Blog-Verwesung sprechen. Aber bevor es anfängt zu riechen eine kleine Reanimation ;)
Erstmal etwas zum Lachen und/oder Nachdenken
Aber was ist seit dem 22.01.07 denn alles passiert? Also ich habe es zum ersten mal geschafft nach Bayern zu fahr
Das Programm war recht abwechslungsreich, beinhaltete es doch zwei Tage Skifahren, Nachtwanderung, ein Besuch in der Stadt des Bullen von Tölz und als ich dann endlich wieder zuhause war schwallartiges Erbrechen ausgelöst vom Noro-Virus. Bäääääääh.
Alle Bilder gibts wie immer bei flickr.com zu sehen, da sind noch einige sehr schöne dabei.
Direkt danach gings dann los mit Lernen für Regelungstechnik. Aber dank "ja, die Klausur orientiert sich an den letzten" und böser Unwissenheit bzgl. des Themas muss ich sie nochmal schreiben.
Die nächste Prüfung war dann eine mündliche bei Professor Reimers und die war auch recht wichtig, da ich in "seinem" Institut meine Vertiefung machen möchte und mich daher nicht blamieren wollte. Hm, die Prüfung war Dienstag, Freitag fragte der Assistent recht entsetzt ob ich erst jetzt anfangen wolle zu lernen. Das war aber nicht so das Problem, das Wort
Was gibts noch neues? Jacken kaufen in Göttingen war sehr erfolgreich, ich bin jetzt stolzer Besitzer einer "Übergangsjacke" (Unwort des Jahres?!) und einer echt leichten Sommerjacke *freu*.
22.1.07
1.1.2007 0:00:00
Und aus physikalischer Sicht gibt es überhaupt keinen Grund warum ein Jahreswechsel etwas besonderes sein sollte. Wieso feiern wir dann eigentlich Silvester und wieso ist Neujahr ein Feiertag?
2006 war ein interessantes Jahr. Schön kann man es auf gar keinen Fall nennen, aber es war auf jeden Fall interessant. Es sind Dinge passiert, die ich so niemals für möglich gehalten hätte, aber es haben sich auch Dinge als wahr erwiesen, mit denen man schon Monate vorher hätte rechnen können.
Aber ich denke ein paar Zitate (leider aus dem Gedächtnis und wohl nicht ganz Wortlaut), die wichtige Dinge 2006 ausdrücken, sprechen für sich
"48,5 Punkte" Ergebnis der letzten Klausur im Vordiplom, EMF, benötigt waren 48 Punkte, August 2006
"eine Entscheidung ist fast nie zu 100% richtig oder falsch. Oft ist sie 51% richtig und 49% falsch und wir müssen lernen, diese zwei Prozent zu erkennen und mit ihnen zu leben" eine Freundin im Herbst 2006
In den letzten Jahren war der Jahreswechsel für mich ein Ereignis von geringer Bedeutung. Ich ging auf eine Party, hoffte das sie gut werden würde und genoss die dran anschliessenden Uni-Ferien. Dieses Jahr gab es mehr als genug Dinge für einen Rückblick und auch einige wichtige Dinge, die als Ziele für 2007 angepeilt sind.
Und da habe ich auch festgestellt, das es zwar keinen messbaren Unterschied macht ob nun eine Sekunde von 11:34:32 auf 11:34:33 vergeht oder von 23:59:00 auf 0:00:00, das es aber gut tut einen Zeitpunkt zu haben an dem man Dinge in die Vergangenheit verbannen kann, die dort hingehören. Ganz menschlich eben.
7.12.06
Berlin
Es ist der vierte Dezember, es ist zu warm für diesen Monat, es regnet, man könnte eher denken das es sich um einen Tag Ende Oktober handelt. Dementsprechend traurig sehen die Weihnachtsmärkte aus die von einer vorweihnachtlichen Atmosphäre bei 11°C und Nieselregen leider nichts verspüren lassen. Ich steige in der Friedrichstraße aus und stehe direkt vor dem Hotel Adlon, Kaffee 8 €, mit einem Pagen vor der Tür der mich mit meinen Nicht-Lederschuhen möglicherweise genauso wie der Türsteher vor der Disco den Abend vorher schief angucken würde. Aber naja, ich bin auf dem Weg zum Brandenburger Tor, ein paar Fotos machen. Ein Tourist fragt mich auf Englisch, ob ich ein Foto machen könne, na klar mach ich das. "I was in Berlin" wird er zuhause in Großbritannien oder Amerika erzählen und das stimmt schon. Auf eine gewisse Weise.
Man kommt im weiteren Verlau
Viel Glas und Metall, als ich vor vier Tagen mit 45 Minuten Verspätung dort ankam, auch Freitag abend um kurz vor 10 noch motivierte junge Bahnmitarbeiter am Bahnsteig die mir ein Getränk in die Hand drücken und fragen, ob ich noch weiter möchte und sie etwas für mich tun könnten. Nein, können sie nicht, ich werde von Christian abgeholt und verlasse den Bahnhof durch eine der drei Parkebenen tief unter der Erde und verpasse damit den Anblick von der anderen Seite über die norwegische Botschaft, das Kanzleramt und den Reichstag. Ein tolles Aushängeschild für unsere neue Bundeshauptstadt. Und neu kann man sagen, auch wenn die Wiedervereinigung schon über 15 Jahre her ist so wächst erst langsam zusammen was zusammen gehört.
Klar, dort wo die Touristen Fotos machen und die Busse des Bundespresseamtes oder der vielen Stadtrundfahrten herumfahren ist alles, was irgendwie mit älterer Geschichte zu tun hat, gesandstrahlt, erleuchtet oder neu gebaut. Zwischendrin immer mal wieder kleine Erinnerungsstätten, abstrakte Kunstwerke, oft behandeln sie das Dritte Reich und seine Opfer, seltener 40 Jahre deutsche Teilung.
Aber heute passt das alles nicht. Es ist trübe, regnerisch, oktoberhaft. Und ich habe den Tag auch anders verplant als die Touristenrouten abzulaufen. Berlin war vier Jahrzehnte nicht nur die Berührzone zwischen Ost und West, nicht nur eine Mauer mit Menschen drumherum sondern auch eine geteilte Stadt. Für die DDR die Hauptstadt, für die BRD eine kleine Insel im Ausland, weit weg vom Rest der Republik und noch weiter weg von der "Normalität" aus Bonn. Ein Ort wo man hinging wenn man nicht gefunden werden wollte oder einfach nur etwas Abenteuer und Freiheit vom politischen System gesucht hat. Die westliche Politik hielt sich aus Berlin bewusst heraus, und so wurde Berlins Geschichte oft von Menschen geprägt ohne politische Ämter oder Titel und heute ohne Büsten oder Denkmälern. Heute möchte ich einmal diese Geschichte anschauen und fahre in den Berliner Osten zum Plänterwald. Wie die Jahresringe eines Baumes durchfahre ich die verschiedenen Zonen um den Kern Berlins, die Häuser werden grauer und höher, dann werden die Lücken zwischen den Häusern größer und matschiger, Wohnwagensiedlungen und Industrie kündigen an das ich jetzt da bin, wo man nicht mehr wohnen möchte. Zu weit weg vom Zentrum für dieenigen, denen ruhiges Wohnen nicht so wichtig ist und zu nah dran für diejenigen, die ein ruhiges Haus im Grünen haben wollen.
Die Grenze dazwischen markiert die Spree und der Plänterwald. Hier steige ich aus und kann auch ohne Blick auf den Plan erkennen, das ich jetzt in Tarifzone B angekommen bin. Flache Häuser, viel Wald und sehr alte und sehr junge Menschen statt Straßenschluchten, Rasenflächen und Studenten. Und keine Spur von dem, was ich suche - den Spreepark. Der größte und modernste Vergnügungspark der DDR, danach Paradebeispiel für Wendezeit-Kapitalismus im
Seitdem ist der Park geschlossen und gehört offiziell der Stadt Berlin, aber eigentlich niemandem so richtig weil dort ehemalige Schauspieler Wohnrecht haben und nicht ganz klar ist welchem Gläubiger noch was zusteht von dem nicht mehr vorhandenen Geld.
Aber erstmal muss ich diesen Park finden. Eine junge Frau weisst mir die ungefähre Richtung, später treffe ich dann eine alte Frau die auf meine Frage nach dem Park mit Erstaunen und etwas Mistrauen reagiert. "Da ist doch niemand mehr" meint sie und weisst mir dann den Weg. Den ich ohne sie wohl auch nie gefunden hätte denn wer nicht genau hinschaut wird nicht erkennen, das da im Wald unter viel nassem Laub ein gut gepflegter und ziemlich breiter Weg liegt der gesäumt ist von hohen Lampen, wahrscheinlich noch aus Vor-Wendezeiten.
Und nach ein paar hundert Metern bin ich wirklich da. Ein paar alte Kassenhäuschen mitten im Wald mit einem großen Tor markieren den ehemaligen Eingang. Es ist schon interessant, was vier Jahre ohne Grünpflege so anrichten können. Man könnte denken, hier wäre seit 15 Jahren niemand mehr gewesen.
Große Schilder mit Hinweisen auf den Sicherheitsdienst, ein ebenso hoher wie morscher Zaun sowie ungeeignete Kleidung zeigen mir sehr schnell, das es wohl nichts wird mit einer genaueren Erkundung des Geländes. Macht nichts, ich möchte ja um halb acht im Zug und nicht auf einer Polizeiwache sitzen, so laufe ich aussen um den Zaun herum, was auch schon lang genug dauert und schaue durch rostige ehemals rote Bauzäune.
Auch wenn die sechs besten Attraktionen fehlen lässt sich klar erkennen, das die 15 Euro Eintritt sicherlich auch zum finanziellen Kollaps beigetragen haben, verglichen mit modernen Themenparks wie dem Disney-Land oder dem Heide-Park machen Second-Hand-Geräte von Rummelplätzen einfach nicht mehr soviel her. Trotzdem sehr eindrucksvoll, so ein halbzerfallener ehemailger Freizeitpark. Und während ich mich auf den Weg zur S-Bahn-Haltestelle mache und mich von DDR-Vergnügungsparkgeschichte entferne überlege ich mir mein nächstes Reiseziel: die Yorckstraße 59 in Berlin-Kreuzberg. Hier soll sich bis vor ungefähr einem Jahr die letzte Kommune im 68er-Stil befunden haben, mal sehen was davon noch zu sehen ist.
Die ersten Zeichen einer wilden Vergangenheit empfangen mich gleich an der Haltestelle Yorckstraße. "Kein Regenwald für Rinderzucht - boykottiert McBurger" in weissen Lettern an einer alten Eisenbahnbrücke. Da es noch mehr Brücken in Richtung Yorckstraße 59 gibt, gibt es auch noch ein paar ähnliche Sprüche aus der linken Ecke. Und dann bin ich da, Yorckstraße 58, dann gleich Yorckstraße 60. Oh, hinter einer Einfahrt an der bei uns "Privatgrundstück - Betreten verboten" stehen würde, befindet sich in Berlin ein ganzes Hinterhaus. Vorsichtig schaue ich um die Ecke in Erwartung von freier Liebe, freiem Denken und langhaarigen Menschen. Ein paar dunkle Gestalten tragen lange Stangen durch die Gegend. Vorbereitungen für den nächsten Protestmarsch? Etwas ängstlich schaue ich nach oben und bin erleichtert - in modernen Farben wird die Yorckstraße 59 renoviert und die dunklen Gestalten sind ein paar Gas-Wasser-Installateure bei Modernisierungsarbeiten. Auch das hat sich geändert, Berlin ist jetzt nicht mehr weit weg und Berlin-Kreuzberg nicht mehr an einer Grenze sondern jetzt in der nähe des Zentrums. Nicht mehr wilde politische Idee
Ich bin etwas enttäuscht, schaue auf die Uhr und gehe zurück, mein Zug kommt bald. Ich gehe vorbei an ehemailgen Bahnbetriebsgebäuden, in denen sich jetzt ein Einrichtungsstudio befindet, schön hell erleuchtet, modern eingerichtet. Daneben ein Händler für böse getunte Autos. Als ich unter der alten Eisenbahnbrücke hindurchgehe, rauscht gerade ein schneeweisser ICE3 darüber hinweg.
Es bleibt doch noch etwas Zeit, ich gehe in die andere Richtung weiter und mal etwas weg von der großen Straße. Da gibt es sie tatsächlich noch, die verschmierten und verrammelten Häuser, in denen von 10 Klingelschildern nur eines beschriftet ist. Ein Schild, "Eintritt nur für Mitglieder und ab 18 Jahren" fällt mir auf, es hängt am Club der Berliner Boxfreunde e.V. Sehr freundlich.
Jetzt ist es aber wirklich höchste Zeit. Ich packe meine Sachen zusammen, Christian fährt mich zum Bahnhof und ich setze mich in einen fast leeren ICE nach Braunschweig. Eine Gruppe sektbeschwippster Mitvierzigerinnen lässt mich meinen MP3-Playen benutzen und irgendwie passend spielt der Zufallsgenerator "Geile Zeit" von Juli. Und während ich langsam beschleunigend Berlin verlasse beginne ich diesen Essay zu schreiben und überlege mir, was ich damit aussagen möchte. Wahrscheinlich frage ich mich einfach, in welchen Ruinen meine Kinder und Enkelkinder einmal herumsuchen werden. Und für mich persönlich die Erkenntnis, das man die Vergangenheit manchmal nicht so ganz objektiv sieht wie man es eigentlich möchte. Und da ist es ganz gut das nicht alles schön gesandstrahlt und erleuchtet ist, sondern manches einfach unbehandelt und objektiv einfach nur da steht.
21.11.06
Ein Schlag ins Gesicht
Jetzt ist noch nicht Weihnachten sondern die hektische Vorweihnachtszeit. Weihnachtsfeeling will noch nicht so richtig aufkommen, es ist hektisch, anstrengend, das Wetter ist matschig und man zieht sich statt an den Strand ins Kino zurück. Ein Blick auf die Kino-Top 10 im Stern liess tief blicken: auf Platz eins ein Werbefilm deutscher Comedians (auch bekannt als die Sieben Zwerge 2) und auf Platz 2 Borat. Ein Film über den alle reden, die meisten finden ihn witzig, einige großartig sozialkritisch, andere einfach nur schlecht.
Ich finde ihn bedenklich. Dazu ersteinmal die Erklärung wie denn das Filmteam zu solchen Aufnahmen ohne versteckte Kamera kam. Die "Statisten" wurden ausgewählt u.a. auch nach ihren Fernsehgewohnheiten um zu verhindern das sie Borat alias Sacha Baron Cohen aus dem Fernsehen kennen. Dann wurde ihnen gesagt, sie würden eine Dokumentation für das kasachische Fernsehen machen und dann wurde gedreht.
Diese Praxis an sich ist schon bedenklich, aber eigentlich ist der Grund meiner Kritik ein anderer.
Zivilcourage ist nicht die Polizei zu rufen wenn irgendwo ein Auto im Graben liegt oder wenn jemand in der Fussgängerzone auf die Nase fällt den Rettungsdienst. Das zu unterlassen ist strafbar als unterlassene Hilfeleistung. Zivilcourage ist, wenn man sich über das normale Maß engagiert für jemanden und dabei Anstrengungen und/oder Gefahren für sich selbst in Kauf nimmt.
In letzter Zeit fallen mir auch im Fernsehen vermehrt "Dokumentationen" und Berichte auf, die es sich zum Ziel machen, Menschen in Situationen zu bringen, wo sie sich um jemanden kümmern und diese dann zu verarschen. Was Kurt Felix in Verstehen Sie Spass? noch ganz lustig und harmlos hinbrachte, wird bei Borat heftigst übertrieben. Alle diese Leute in dem Film dachten, sie würden jemandem helfen, ein Land kennenzulernen das ihm völlig unbekannt ist und ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen.
Klar wirkt es auf dem Kinosessel urkomisch wenn er die Prostituierte zum Dinner einlädt und die Leute wirklich entsetzt reagieren. Aber überlegt Euch mal, Euch würde soetwas passieren. Ihr werdet angesprochen jemandem aus Afrika oder Asien ein Essen klarzumachen. Klar bemüht Ihr Euch und denkt da an nichts böses, macht Euch Arbeit und ein paar Wochen später lacht halb Deutschland über Euch.
Würdet Ihr Euch nochmal so bemühen? Mal ganz ehrlich und Hand aufs Herz: nur die wenigsten würden das ohne Hintergedanken noch einmal so machen.
Und das ist eine furchtbare Sache denn so geht wieder ein Stück Zivilcourage verloren.
Borat wurde von Kritikern als eine Art soziales Jackass bezeichnet. Ich sehe das ganz und gar nicht so, ok, beides ist lustig, schockierend und bei beiden Filmen lacht man über Menschen. Aber bei Jackass sind es Menschen, die wissen und wollen das man über sie lacht. Borat nutzt einfacht den Umstand aus das Humor auch ist, wenn man mehr weiss als die Menschen, die man beobachtet.
Klar habe ich bei dem Film auch gelacht, er ist schon witzig. Aber eigentlich hat man bei jedem Gag ein schlechtes Gewissen.
Man sollte sich schon überlegen, ob alles, über was man lachen kann, auch so in Ordnung ist.
6.11.06
quod licet iovi non licet bovi
Aber ist dürfen der richtige Ausdrück? Oder besser, wieso darf ich flaschenweise Hardsprit aus dem Netto schleppen, ein 17jähriger aber nicht? Nunja, der Gesetzgeber traut mir zu, zu wissen wie ich mit Alkohol umgehen muss. Das gelingt zwar auch Menschen in meinem Alter nicht unbedingt, mir auch nicht immer, aber er hält einen für alt genug die Konsequenzen seines Handelns zu sehen und abzuwägen.
Um beim Thema Alkohol zu bleiben, man könnte den Rahmen ausnutzen, der geht. Das heisst immer breit sein, immer völlig fertig, immer Party. Aber halt! Wieso türmen sich dann vor meiner Haustür nicht die Schnapsleichen, der Netto ist nur 50m entfernt?!
Naja, die meisten Menschen wissen halt, das sie eine gewisse Verantwortung vor sich selbst und anderen haben.
Das Internet ermöglicht, anonym zu bleiben. Das kann seinen Sinn haben, in vielen Ländern ist es gefährlich, seine Meinung frei zu äußern.
Nun werden sich manche Fragen, wieso habe ich die Kommentar-Bestätigung eingeschaltet? Freie Comments für freie Netzbürger, Zensur, Kommunismus!
Ne, es gibt da auch eine ernsthafte Antwort drauf. Wir leben in Deutschland und jeder hat das Recht auf dummes Zeug, oder auch genannt, freie Entfaltung der Persönlichkeit, steht irgendwo im Grundgesetz ;-) Egal ob es um Evolutionstheorie geht, Heilsteine oder die Frage, warum ich als sportlicher Mensch Krankenkassenbeiträge für Raucher mitbezahlen soll, ich darf eine Meinung haben und diese auch kundtun.
Das ist für mich kein Problem, ich finde die Comments z.T. etwas peinlich (ich finde nicht, das der Ausländeranteil hier im Siegfriedviertel besonders hoch ist und ich fand die junge Frau "aus dem Orient" bei uns unten doch sehr korrekt und nett - es zeigt jedoch wessen Geistes Kind der Schreiber ist), manchmal schon durchdacht (das Simpsons-Zitat ist schon nicht schlecht) und oftmals einfach nur falsch (wiederum das Simpsons-Zitat).
Aber ich möchte mit jemandem auf Augenhöhe diskutieren und dazu zählt auch die Person zu kennen die mir etwas zu sagen hat. Und weil sich das derjenige nicht traut und ich einige Dinge doch nicht unkommentiert hier stehen haben möchte, werden Kommentare jetzt erst freigeschaltet bevor sie angezeigt werden.
Und keine Sorge, der Sprachstil und einige weitere Details haben doch etwas an der Anonymität gekratzt.
4.11.06
Oktober - Monat der Aviation
es gibt endlich mal wieder einen Blog-Eintrag. Sorry, ich habe lange gegrübelt was es werden soll, etwas tief nachdenkliches über Wahrheit, Erwachsenwerden und Beziehungen. Und nein, das ist kein Thema für ein öffentliches Medium wie ein Blog, also lassen wir das mal.
Nachdem mich nun schon viele Leute gefragt haben, ob ich überhaupt noch studiere kann ich jetzt bekanntgeben, auch an den Technischen Universitäten in Niedersachsen haben die Vorlesungen wieder begonnen.
Dieses Semster gehts auch mal wieder etwas mehr zur Sache, will bedeuten die Vorlesungen ziehen etwas an, Regelungstechnik und Leitungstheorie stehen auf dem Plan. Zusätzlich habe ich meinen neuen Hiwi-Job am Institut für pharmazeutische Technologie angetreten. Meine Tätigkeit dort ist System-Administrator und irgendwie gibts da eine Menge Arbeit, von meinen 20 Stunden im Monat die ich dort arbeiten soll habe ich die ersten 7 bereits in den ersten zwei Tagen abgearbeitet.
Chronologisch rückwärts gehend kann ich dann nochmal erwähnen was im Oktober so passiert ist und das ist ne ganze Menge. Am 10. habe ich meine letzte Klausur geschrieben und dann gings sofort von der Uni in die Autostadt, zwei Autos abholen. So ein Golf R32 hat schon was, besonders einen hohen Benzinverbrauch und das mit Super+ Sprit :-)
Die Woche drauf verging mit Planug für Arbeiten, Arbeiten und eine Menge Dinge erledigen, die einfach mal gemacht werden mussten.
An einem Freitag abend hatte ich dann geplant, gemütlich nach Hause zu meinen Eltern zu fahren, doch es kam anders. Kurzfristig fiel mir ein Angebot der Bahn ins Auge, 59 Euro Göttingen-München und zurück. Das war natürlich sehr verlockend und so wurde ein sehr krasser Roadtrip nach Augsburg geplant.
- Abfahrt BS 19:04 Uhr
- Fahrt nach Göttingen mit Nahverkehr mit Umsteigen in Seesen und Kreiensen, dort in den ICE
- Ankunft nach Umsteigen in Würzburg Ankunft München um 00:56, Weiterfahrt nach München-Pasing mit der S-Bahn.
- Ab München Pasing nach Augsburg mit dem "Orient-Express", ein ziemlich gammeliger Nachtzug aus internationalen Wagen zusammengebaut.
Was haben wir gelernt? Das ein paar Leute ein völlig falsches Bild von der Bundeswehr haben - O-Ton betrunkene Halbwüchsige "Es gibt da Autos, die von alleine fahren". Ah ja, es gibt da hauptsächlich Autos die grade so noch fahren ;-)
ICE bei Nacht ist sehr entspannend und ruhig, jedenfalls wenn man nicht mit unterwegs ist.
Auch ohne gültige Fahrkarte kommt man mit einem hübschen Lächeln weiter. Zumindest wenn man 16 und weiblich ist.

Achja, bei Alex war ich dann gegen halb vier in der Nacht. Der Beginn eines tollen Wochenendes.
Danach war ich mal den Jan in Magdeburg besuchen (wir haben nämlich jetzt ein tolles Semesterticket das bis dahin reicht)
und mit ihm Erstsemester-Party zu feiern. War ein tolles Event, mal sehen ob ich irgendwo ein Bild habe. Danach gabs bei leider nicht so tollem Wetter eine Stadtführung durch Magdeburg.Dort verabschiedete sich dann l
eider auch das Display-Kabel meines IBM Thinkpad *grml*.Die folgende Woche wurde dann durch einen Hausverkabelungsgroßauftrag in Beschlag genommen. 15 Stunden Arbeit sind schon eine ganze Menge, aber von nichts auf DSL und Telefon in den Zimmern umzubauen ist schon nicht so ganz einfach.
Danach gings mal wieder in den Süden, diesesmal zu etwas humaneren Zeiten. Was dazu führte, das es im ICE auch etwas humaner zuging. Hauptsächlich waren da sehr kleine Humanuide mit Eltern auf dem Weg in den Urlaub anzutreffen. Und was sich sonst als Drama zwischen Vordersitz und Rückbank abspielt, war da im ganzen ICE zu hören. Höhepunkt war, *plärrrrr*"Ich will *plärr* auch einen *plärr* Computer haben"*nochlauterplärr*. Und nur weil ich auf dem Notebook eine Dokumentation des oben erwähnten Netzwerkprojektes erstellt habe. Hätte wegen mir auch der Kleine machen können, Microsoft V
isio ist nicht unbedingt ein Traum, erst recht nicht auf nem PI-233 mit
128MB RAM.In Augsburg gabs dann gutes Wetter und chilliges Programm, wir waren in München im Deutschen Museum (und shoppen *ggg*, macht sehr viel Spass, wer spendet mir (viel) Geld? ;-) ) und in einem sehr teuren, aber auch sehr tollen Schwimmbad, Titania-Terme Augsburg.
Auch das sportliche Programm kam nicht zu kurz, einmal joggen und einmal Besichtigung der Kanusportanlage der olympischen Spiele 1972 aka Eiskanal.
So, und das war dann der Oktober. 3200km Bahn gefahren, drei Wochen Urlaub gemacht, vier Tage in Peine gewesen, 5 in Braunschweig, Rest sonstwo verbracht.
Mal sehen was der November so bringt. Auf jeden Fall einen neuen Blogeintrag ;-)
Für Fans von Mein Leben & ich:erstmal gibt es hier eine toll gemachte Fan-Website zu der Serie und am 24. November um 21:15 (ist ein Freitag) strahl RTL die nächste Folge aus!

